Herzlich willkommen beim NBA Blog Squad Germany. Hier werden in regelmäßigen Abständen Insider ihre Gedanken zur NBA und WNBA niederschreiben. Stars und Journalisten – sie alle teilen dieselbe Leidenschaft für die NBA. In ihren „Blogs“ könnt Ihr nachlesen, was sie zur spannendsten Basketball-Liga der Welt zu sagen haben.

Die Meinungen, die vom Blog Squad geäußert werden, geben lediglich eine persönliche Einschätzung der Blogger wieder, nicht aber die Sichtweise von nba.com, der NBA oder irgendeinem NBA-Team. Nba.com prüft nicht den Wahrheitsgehalt resp. die Genauigkeit der Blogs.


André Voigt
Redakteur
André Voigt infizierte sich mit dem Basketballvirus irgendwann im Jahre 1988, als er erstmals Detlef Schrempf gegen Magic Johnson und die Lakers spielen sah. Egal, ob als Spieler, Trainer, Schiedsrichter oder seit 2000 als Journalist: Basketball ist seit 17 Jahren Lebensmittelpunkt des Small Forwards. Voigt war unter anderem als Chefredakteur der XXL Basketball in London aktiv und arbeitete bei Bravo Sport, Basket sowie bei Tageszeitungen wie der Süddeutschen Zeitung oder der Frankfurter Rundschau. Seit 2003 erfüllt er sich mit FIVE den Traum eines eigenen Basketballmagazins. Ihr erreicht ihn unter: dre@fivemag.de.

Zeit für Awards ...

So, da bin ich wieder. Nach längerer Abwesenheit durch Krankheit (so eine Virusgrippe macht einen fertig, sag ich euch ...) und folgender Komplett-Konzentration auf die Playoff-Vorschau der FIVE bin ich nun wieder unter den Bloggenden.

Aber nun stehen sie quasi schon vor der Tür, die Playoffs. Endlich. So schön eine 82-Spiele-Saison auch ist, der April ist lang, sehr lang, zu lang. Aber es gibt ja am Ende einer Spielzeit immer wieder das fröhliche Awards-Tippen, das einem die Zeit verkürzt. Wer wird MVP, MIP, Verteidiger, wer Rookie und Coach des Jahres.

Ich schätze, ihr wisst bereits, wohin ich mit diesem Eintrag will ...

Hier also meine offiziell inoffiziellen Awards 2005/06:

MVP

Dirk Nowitzki, Mavericks
Nein, ich bin kein vorbehaltloser Dirk-Fan. Aber was Nowitzki in diesem Jahr spielt, ist außergewöhnlich. Außergewöhnlicher als die ebenfalls starken Steve Nash und Chauncey Billups.

Noch vor ziemlich genau einem Jahr schien es, als wäre das Wundermittel gegen ihn gefunden. Und jetzt? Jetzt zimmert er gegen die Spurs in einem echten Do-or-die-Spiel 30 Punkte gegen den besten Verteidiger der Liga (Bruce Bowen, siehe unten) zusammen. Sicherlich macht Dirk seine Mitspieler nicht durch Pässe und Playmaking in einem Maße besser, wie es Steve Nash in Phoenix tut. Doch seine Präsenz im Angriff allein schafft Freiräume für Stackhouse, Terry und Co.

Und auch in der Verteidigung hat Nowitzki ein Niveau erreicht, für das er sich keine Papiertüte über den Kopf ziehen muss – ganz im Gegensatz zu Nash ...

Rookie des Jahres

Chris Paul, Hornets
Machen wir uns nichts vor, der Rookie-Jahrgang 2005/06 ist keiner der aller ersten Kategorie. Andrew Bogut, Charlie Villanueva oder Deron Williams werden solide NBA-Profis werden (wenn sie es nicht schon sind ...). Superstars à la LeBron James gibt es jedoch in dieser Klasse nicht.

Aber da ist halt Chris Paul, der als Aufbauspieler – die schwerste Position für Rookies überhaupt – die Hornets im schwierigsten Jahr der Vereinsgeschichte (und das soll bei den Hornissen etwas heißen ...) bis zum Schluss im Rennen um die Playoffs hielt. Und das im Westen ... mit einem Team ohne echten Go-to-Guy ... Zum Vergleich mal die Stats Pauls und anderer Edel-Points als Rookies:

2005/06 – Chris Paul: 16,3 Punkte, 8,0 Assists, 5,3 Rebounds, 43,4 Prozent Wurfquote.
1994/95 – Jason Kidd: 11,7 PPG, 7,7 APG, 5,4 RPG, 38,5 FG%*
1996/97 – Steve Nash: 3,3 PPG, 2,1 APG, 1,0 RPG, 42,3 FG%
1996/97 – Stephon Marbury: 15,8 PPG, 7,8 APG, 2,7 RPG, 40,8 FG%
1997/98 – Chauncey Billups: 11,1 PPG, 4,3 APG, 2,2 RPG, 39,0 FG%
1999/00 – Baron Davis: 5,9 PPG, 3,8 APG, 2,0 RPG, 42,0 FG%

*Legende: PPG – Punkte pro Spiel, APG – Assists pro Spiel, RPG – Rebounds pro Spiel, FG% - Wurfquote

Bester Verteidiger

Bruce Bowen, Spurs
Sicher lässt sich gerade hier vortrefflich streiten. Steals und Blocks sind die einzig erfassten populären defensive Statistiken, in beiden ist Bruce Bowen eher unteres Mittelmaß (0,97 Steals, 0,32 Blocks). Defense ist aber weit mehr als „nur“ Bälle klauen oder Würfe in Reihe fünf schmettern. Defense ist vor seinem Mann bleiben, verhindern, dass der Gegenspieler zu den Punkten im Halbfeld laufen kann, wo er gern den Ball bekommt. Ein 1A-Verteidiger muss es sich im Kopf des Gegenübers gemütlich machen, wie ein ungebetener Gast, der das Wochenende über den Kühlschrank des Gastgebers leer frisst. All das und noch viel mehr tut Bowen. Kein Trick ist ihm zu dreckig, dabei bleibt er aber „fair“. Flagrant Fouls? Fehlanzeige.

Most Improved

David West, Hornets
Und noch ein Hornet ... Wer Chris Paul sagt, muss auch David West sagen. Der „untersetzte“ Power Forward startete nach einer verletzungsverseuchten Saison 2004/05 am anderen Ende der Pässe von Chris Paul diese Saison durch. 17,0 Punkte, 7,4 Rebounds, 50,8 Prozent Wurfquote sind im Vergleich zu den Werten des Vorjahres (6,2 PPG, 4,3 RPG, 43,6 FG%) geradezu astronomisch gut. Außerdem trainierte sich der 2,06-Meter-Flügel einen Sprungwurf an, der vorher einfach gar nicht da war.

Sixth-Man

Jerry Stackhouse, Mavericks
Wer wundert sich, dass Stackhouse mit seiner Reserverolle klar kommt? Der Mann könnte ja in so ziemlich jedem anderen NBA-Team starten. Die Gründe warum Stack sein Bankleben akzeptiert sind einfach erklärt: a.) Der Gute nimmt auf 48 Minuten hochgerechnet hinter Dirk Nowitzki die meisten würfe der Mavs. b.) Dallas gewinnt. So legt Stack 13,0 Punkte auf und gibt den Mavs einen echten Slasher, der mit seinen Zügen zum Korb Räume schafft.

Coach

Gregg Popovich, Spurs
Eine weitere Saison neigt sich dem Ende zu, ein weiteres Mal führen die Spurs den Westen bilanztechnisch an. Soweit so gewohnt. Dieses Jahr kämpfte San Antonio mit langwierigen Verletzungen, die vor allem Manu Ginobili und Tim Duncan zu schaffen machten. Hinzu kamen die quiekenden Gelenke von Nick Van Exel, ein Michael Finley der erst spät zu seiner Form fand. Und trotzdem sind die Spurs das Topteam mit Dallas. Das ist vor allem Popovichs Verdienst, der seinem Team ein Defensivkonzept verpasst hat, das seines Gleichen sucht. Außerdem lässt er Tony Parker und Ginobili ihre kreativen Freiräume.

Posted by André Voigt - Apr 10 2006 11:00 am

Der NBA-Rundumschlag

Nun da die NBA kurz vor der Halbzeitmarke steht, wird es Zeit, einb paar Hauptthemen nacheinander abzuarbeiten. Und das braucht erfahrungsgemäß etwas Zeit. Also erst mal Kaffee holen, was zu knabbern und mit dem Laptop auf dem Sofa gemütlich machen ...

70 Siege für die Pistons?

Eigentlich ist die Frage an sich schon falsch gestellt. 70 Siege sind zwar eine schöne Leistung, aber der Rekord liegt nun mal bei 72 Erfolgen, aufgestellt von Michael Jordans Bulls in der Saison 1995/96. Egal ... Sollten die Pistons versuchen den Rekord zu knacken? Nein, sollten sie nicht. In den vergangenen drei Playoffs haben die Starter Detroits (Chauncey Billups, Richard Hamilton, Tayshaun Prince, Rasheed und Ben Wallace) kein einziges Spiel verpasst. Das ist ungewöhnlich und mit der außergewöhnlichen Fitness der Pistons-Stars zu erklären. Aber eben auch mit einer Menge Glück. Warum also gerade dieses herausfordern, indem am Ende der Saison, wo die Knochen müde sind, einem Rekord nachgejagt wird? Gott sein Dank, denkt so auch Detroit. Die Pistons wollen einzig und allein den Heimvorteil über die gesamten Playoffs hinweg sichern, trauern sie doch immer noch dem verlorenen Spiel sieben in San Antonio in den Finals 2005 nach. Außerdem kann Detroit, wenn der Heimvorteil fix ist, seinen zum Teil sehr unerfahrenen und selten eingesetzten Bankspielern (ja, ich meine Darko Milicic, aber auch die beiden Carlose Delfino und Arroyo) wichtige Minuten mit einigen Startern geben. Diese Erfahrung könnte sich wiederum in den Playoffs auszahlen. Und machen wir uns nichts vor, am Ende zählt eh nur die Meisterschaft. Die Bulls von 1996 würde trotz 72-Siegen niemand als bestes Team aller Zeiten handeln, wenn sie nicht auch Champion geworden wären.

Ron Artest
Langsam reicht es wirklich! Der „jetzt-jede-Minute-passierende“ Wechsel des Edelverteidiger hält den gesamten Ligabetrieb auf – jedenfalls was die Trades angeht. Bitte liebe Pacers, haut RonRon endlich raus, damit ein bisschen Bewegung in die Liga kommt. Eure Saison ist sowieso gegessen, da ihr keinen gleichwertigen Ersatz bekommen werdet. Außerdem sind die Spieler, die noch da sind, verunsichert, weil niemand außer Jermaine O’Neal sicher sein kann, nicht doch vielleicht Teil eines Artest-Deals zu sein.

Ach und was Artest selbst angeht. Ganz persönlich hoffe ich, dass er nicht zu einem Playoffkandidaten getraded wird. Soll Indiana ihn nach Boston stecken.

Die All Stars
Die Fans in aller Welt bestimmen die Starter beim All-Star-Game (ASG), die NBA-Trainer die Reservisten. Schön und gut. Doch das muss ja noch lange nicht heißen, dass deshalb keine Fehler passieren. Jahr für Jahr bleiben würdige Kandidaten außen vor, während Profis beim Groß-Event auflaufen, denen die Schamesröte im Gesicht stehen müsste ... In der Vergangenheit war diese Rolle vor allem Vince Carter inne, heute wird er von Yao Ming – und jedem, der als Houston Rocket auf dem Wahlbogen steht – abgelöst. So bringt es denn der schon heute unsterbliche David Wesley als Guard auf den siebten Platz im Westen ...

Egal ...

Hier also meine NBA-All-Stars 2006

Eastern Conference
Starter

Allen Iverson, Sixers
Er punktet, er spielt Assists – all das mit (in echt) unter 1,80 Meter. Einziger Wehrmutstropfen: Sein Team gewinnt nicht, aber das ist Stoff für einen ganz eigenen Blog-Eintrag.

Dwyane Wade, Heat
Warum ist der Hype um Flash eigentlich so abgeflacht? Wade bringt als einziger in Miami konstant Leistung. Ohne ihn wären die Heat ein mittelmäßiges Playoffteam.

LeBron James, Cavaliers
Der beste Spieler der Eastern Conference, wenn es um pures Talent geht. Aber: Macht LeBron wirklich seine Mitspieler besser? Seit Larry Hughes verletzt ist, hagelt es Niederlagen für die Cavs ... Auch hier: Thema für einen ganz eigenen Eintrag.

Jermaine O’Neal, Pacers
Ich war versucht diesen Platz Chris Bosh zu verleihen, letztendlich gibt aber die Defense O’Neals den Ausschlag.

Ben Wallace, Pistons
Das Herz und die Seele der Pistons. Auch wenn seine Zahlen nicht mehr so spektakulär sein mögen wie noch vor ein paar Jahren, Big Ben kommt jeden Abend und schüttet sein Innerstes auf den Platz. Ganz im Gegenteil zu z.B. Shaq.

Bank

Chauncey Billups, Pistons
Wenn es im Osten einen MVP-Kandidaten gibt, dann C-Bill. Von den Fesseln der Halbfeldoffensive Larry Browns befreit, spielt Billups das beste Jahr seiner Karriere.

Vince Carter, Nets
Wir sollten nicht vergessen, wie stillos sein Ausstieg bei den Raptors war, aber ... VC ist aggressiver als in der jüngsten Vergangenheit und an manchen Abend einfach durch nichts zu stoppen. Na ja, das und die noch immer einzigartigen Dunks.

Chris Bosh, Raptors
Hat überhaupt jemand gemerkt, wie die Raptors ihre Saison um 180° gedreht haben? Seit dem 1-15-Start gewann Toronto die Hälfte seiner Spiele und steht bei 13-26. Sogar die Playoffs sind noch in Reichweite. Hauptgrund: Chris Bosh. An seiner Seite blühen Mike James, Jose Calderon und alle anderen auf.

Paul Pierce, Celtics
Die Celtics sind das schlechteste Team der NBA. Kein All Star muss mit weniger Talent an seiner Seite auskommen als PP. Trotzdem spielt Pierce das mit Abstand beste Jahr seiner Karriere.

Richard Hamilton, Pistons
Da er nun auch endlich von hinter der Dreierlinie trifft, ist der Dauerläufer und Blöcke-Ausnutzer der legitime Nachfolger von Reggie Miller. Außerdem wären drei Detroiter im ASG endlich mal eine Ansage des Respekt gegenüber den lange belächelten Pistons.

Gilbert Arenas, Wizards
2005 bekam er den Preis des „All Stars, der am glücklichsten war überhaupt dabei zu sein“. GA erzählte gerne und viel in der Medienstunde, strahlte über das ganze Gesicht. Dieses Jahr kompensiert er den Weggang von Larry Hughes, springt für den krieselnden Antawn Jamison im Angriff ein und verteilt sogar noch den Ball.

Shaquille O’Neal, Heat
Er mag ja momentan nur Dienst nach Vorschrift machen. Und klar schwabbeln da ein paar Extrapfunde auf den Hüften des Diesels. Aber Shaq ist halt noch immer der beste Offensivcenter der Liga.

Leider nicht dabei: Jason Kidd (Nets), Zydrunas Ilgauskas (Cavs), Michael Redd (Bucks), Tayshaun Prince (Pistons)

Western Conference

Starter

Steve Nash, Suns
Amaré Stoudemire ist verletzt, Quentin Richardson in New York, Joe Johnson in Atlanta. Die Suns? Die sind an der Spitze der Pacific Division. Mehr muss eigentlich nicht gesagt werden. Der beste Point Guard der Liga würde auch mit dir, mir und zwei Jungs vom Freiplatz in die Playoffs kommen!

Kobe Bryant, Lakers
Aller Punkte zum Trotz, sollte nicht vergessen werden, dass Bryant – wenn er Lust verspürt oder es um etwas geht – einer der besten Verteidiger der Liga ist. Das macht ihn zum besten „Zwei-Wege-Spieler“ der Liga.

Tim Duncan, Spurs
Der perfekte Superstar: schwer zu verteidigen, außerordentlicher Verteidiger, bescheiden, muss nicht im Rampenlicht stehen. Wen kümmert es da, dass er nicht der aufregendste Typ der Welt ist?

Dirk Nowitzki, Mavericks
Er hat es wieder geschafft, einen Schritt in Richtung „kompletter“ Spieler zu machen. Außerdem hält er die Mavs im Rennen um die beste Bilanz der Western Conference – und das ohne echten Co-Star. Ach, und dachten nicht alle die Rockets und Suns hätten in den Playoffs 2005 das Gegenmittel für D-Now gefunden?

Marcus Camby, Nuggets
Natürlich ist Camby mal wieder verletzt, doch kein Center spielte bisher besser – vor allem in der Defense, die bei den Nuggets eigentlich nur aus Camby besteht.

Bank

Tony Parker, Spurs
Unglaublich, dass ein Point Guard ohne Dreier- oder selbst Mitteldistanzwurf (obwohl letzterer schon besser geworden ist) 19,3 Punkte pro Spiel erzielt. Aber TP ist eben verdammt schnell und sein Floater sicher wie früher mal die Rente.

Chris Paul, Hornets
Wäre die Guard-Position im Westen nicht so schwach besetzt, würde es der Rookie wohl nicht in diese Aufstellung schaffen. Doch Pauls 16,1 Punkte, 7,2 Assists, 5,7 Rebounds sowie seine Führungsqualitäten halten die Hornets im Rennen um die Playoffs! Außerdem haben es die Menschen in New Orleans verdient ...

Kevin Garnett, Timberwolves
Solange KG in der NBA spielt, sollte er eigentlich aufgestellt werden. Kein Spieler bringt solche Leidenschaft und sein Spiel ist und bleibt einfach einzigartig. Und wenn die T-Wolves ihm keine Hilfe zur Seite stellen, sollten sie ihn bitte, bitte im Sommer traden.

Elton Brand, Clippers
Auch wenn der grandiose Start der Clipps mittlerweile durch einen von Verletzungen verseuchten Dezember relativiert wurde (Hey Clippers-Management, warum gebt ihr eigentlich nicht mal ein bisschen Geld für anständige Bankspieler aus?), Brand spielt auf MVP-Niveau. Was so eine kleine Diät und ein neuer Mitteldistanzwurf so alles für eine Karriere tun können ...

Shawn Marion, Suns
Seine 20,9 Punkte, 12,0 Rebounds und 1,9 Blocks wären für einen Center All-Star-Werte. Für einen Small Forward, der auf der Viert spielen muss? Unglaublich, noch nie dagewesen ... genau wie sein ultra-hässlicher Sprungwurf.

Andrei Kirilenko, Jazz
Ohne Kirilenko gewannen die Jazz nur zwei von zehn Spielen. Mit ihrem russischen Allrounder gewannen sie 18 von 29 Partien. Mehr noch: Ohne Kirilenko sahen die Jazz wie ein Top-Kandidat wie eine komplett desinteressierte Trümmertruppe aus. Mit AK-47 ist Utah eines der Teams, gegen das niemand in den Playoffs spielen will!

Leider nicht dabei: Tracy McGrady (Rockets), Pau Gasol (Grizzlies), Carmelo Anthony (Nuggets), Baron Davis (Warriors), Jason Richardson (Warriors), Mehmet Okur (Jazz), Yao Ming (Rockets)

Posted by André Voigt - Jan 19 2006 2:35 pm

Warten auf den anderen Schuh ...

Januar in der NBA. Das heißt immer auch warten. Auf was? Darauf, dass der andere Schuh fällt. Wie? Lasst mich erklären.

Die Saison hat mittlerweile das erste Drittel hinter sich gelassen, die Teams wissen, was klappt, wo es noch hakt – wer sie also eigentlich sind. Noch ist genügend Zeit eine – bis jetzt – verkorkste Saison zu retten, eine – vielleicht gar überraschend – gute in eine große zu verwandeln oder komplett das Handtuch zu schmeißen und den Kader/die Gehälter für den Neuanfang zu verschachern.

Wie das geht? Per Trade!

Deshalb überbieten sich seit Wochen die NBA-Journalisten in ihren jeweiligen Städten, um mehr (aber meistens) weniger tragfähige Wechselgerüchte in die Zeitung/Website/Welt zu setzen.

Das ist wie in diesem Sketch von Ernie und Bert in der Sesamstrasse, als der Nachbar über ihnen, vor dem zu Bett gehen, den ersten Schuh auf den Boden krachen lässt. Danach wartet nämlich vor allem Ernie gespannt auf den zweiten und kann nicht schlafen ...

So ähnlich geht es mir momentan (und wohl nicht wenigen von euch). Die Gerüchte sind seit Wochen im Umlauf, einige Spieler stehen gar seit dem Sommer auf dem „Trading Block“.

Doch wann kommt der zweite Schuh? Wann kann der (zum Beispiel) geplagte Rockets- oder Kings-Fan nach dem Absurfen von NBA.com voller Enthusiasmus in den Tag gehen, weil der neue Hoffnungsträger bereits auf dem Weg ist?

In der Regel gibt es bis Januar, einige Trades zu vermelden, dieses Jahr? Nada, nichts, null. Und Schuld ist mal wieder Ron Artest. Irgendwie will ihn jeder, irgendwie will ihn keiner. Aber selbst die, die sich keine Zeitbombe in die eigene Umkleide legen wollen, warten auf Artests Schuh.

Warum?

Weil RonRon, so krank sein Hirn auch sein mag, mit seiner Defense und total unterbewerteten Offense auf Anhieb die Kräfteverhältnisse in der NBA komplett verändern kann. Außerdem ist Ronnie mit knapp sieben Mio. $ Gehalt ein echtes Schnäppchen (eines mit längst abgelaufener Garantie, aber immerhin ...).

Na ja, was soll’s? Warten wir halt auf Donnie Walsh, das ist nämlich die personifizierte Personalabteilung der Pacers und einer der besten Manager im NBA Business.

Und bis er sich entschieden hat, werden sich Fans und Spieler, die auf einen Tapetenwechsel hoffen, gedulden müssen.

Posted by André Voigt - Jan 5 2006 8:35 am


Mutti, RonRon und mehr ...

Frohe Weihnachten, liebe NBA-Blog-Gemeinde!

Nur noch wenige Tage bis zum Fest. Alte Freunde wiedersehen, von den Eltern umsorgen lassen und (klar) Geschenke auspacken – herrlich, die schönste Zeit des Jahres. Doch neben Muttis Kochkünsten, Omas Geldgeschenken und dem Glühwein gibt es ja immer noch den Abend des 25. Dezember. Da steigt das Christmas-Game der NBA und sorgt, dem frühen Sprungball sei Dank, für ein ganz besonderes Geschenk: NBA schauen mit den Freunden von früher. Dieses Jahr sind es die Pistons und die Spurs, die Finals-Revanche, um 18:30 Uhr! Und es wird genauso laufen wie immer. 43 Minuten lang werden alle alten Heldentaten ausgepackt und Sprüche über längst verfehlte Würfe gedrückt, bevor in der Crunchtime Konzentration einkehrt. Ach ja ...

Aber kommen wir zu den Themen der letzten beiden Wochen ...

Ron Artest
Wow, da hat sich RonRon aber mal etwas ganz Neues einfallen lassen. Erst alle Welt mit einer Tradeforderung überraschen, dann schnellstens zurückrudern ... Hier mal meine Meinung zu dieser ganzen Story (ist ja auch mein Blog) ...

  1. Wenn Ron wirklich weg wollte, hätte er die ganze Sache im Stillen mit Larry Bird regeln sollen. Durch sein öffentliches Fordern sind die Pacers in einer ganz miesen Situation. Alle Welt weiß (oder glaubt zu wissen), dass es mit Artest in Indy nicht weitergehen kann. Also werden die Angebote auch dementsprechend niedrig ausfallen. Wäre alles im stillen Kämmerlein besprochen worden, wäre ein Deal vielleicht längst gemacht.
  2. Ron kann doch nicht im Ernst glauben, dass die Pacers-Spieler ihn allesamt zurückhaben wollen? Er hat das Team verraten und sabotiert erneut das große Ziel (die Meisterschaft), nachdem er schon 2004/05 Indy alles versaut hat. Jermaine O’Neal ist der Leader der Pacers und hat mit Artest gebrochen. Es gibt kein Zurück mehr.
  3. Wer soll für Ron kommen? Angeblich haben 20 Teams bei den Pacers nachgefragt (wie verzweifelt sind die Playoffkandidaten unter diesen Teams eigentlich?). Und was soll das ganze Geschacher? Peja Stojakovic (wird Free Agent) für Artest. Beide verdienen ungefähr das Gleiche (7,5 Mio. $). Die Pacers bekämen einen weiteren Shooter neben Jasikevicius, die Kings endlich mal Defense und neues Leben.

Pat Riley
Wow, der Geslickte ist zurück – und die Gelindustrie atmet auf. Ganz im Gegensatz zu den Spielern. Riley hat den Ruf des Schleifers nicht umsonst. Und der Ex-Meistercoach ist nicht der Geduldigste. Antoine Walker und Jason Williams sollten die Kaufpläne für die neue Villa am South Beach wohl erst mal hintanstellen. Shaq ist wieder fit, Riley bringt sein neues Konzept, die Trading Deadline ist am 23. Februar. Also bleiben knapp zwei Monate für Riles, um zu sehen, wer passt und wer nicht. Meine Wette: Vor allem Walker wird auf Reisen geschickt.

Übrigens: Stan Van Gundys Entscheidung verdient allergrößten Respekt. Die Kids und Familie gehen vor!

Was noch?

NBA Euro Live
Ach ja, die NBA Europe Live Tour in der Kölnarena im Oktober 2006. Die Suns und Sixers kommen nach Deutschland! Eine sehr geile Sache, vor allem, da es keine „normalen“ Preseason-Games werden dürften. Immerhin geht es für beide NBA-Teams am zweiten Tag gegen Euroleague-Mannschaften. Die beiden Finalisten der Final Four 2006 werden alles geben und nicht nach 15 Minuten die Garbage Time einläuten. Außerdem ist endlich auch mal der direkte Vergleich zwischen den beiden besten Ligen der Welt zu sehen. Besser geht es eigentlich nicht!

Okay, so viel für heute ... Bis demnächst ...

Oh, fast vergessen ...

Hier noch ein paar Worte an meine Mitblogger:

  • Pascal, ich hoffe, du kommst bald wieder auf die Beine!
  • Ulrich, sag mal, haben wir nicht zusammen beim BBL-Tip-Off 2004 die Manager geschlagen und du bist MVP geworden?
  • Owen, you’ve been in Munich forever, how about a change of scenery? Maybe Wolfsburg? My hometown would welcome you with open arms! ;)

Posted by André Voigt - Dec 20 2005 10:35 am