Die Atlantic Division Posted by Johannes Berendt on October 18,
2007 3:15 p.m. ET
BOSTON CELTICS
Wer hätte das vor einem halben Jahr für möglich gehalten. Damals beendeten die Celtics die Saison als das zweitschlechteste aller Teams. Sechs Monate später gilt der 16-malige Champion als eines der besten Teams im Osten. Vergessen die Dürreperiode vom 7. Januar bis 11. Februar, als 18 Spiele in Folge verloren gingen. Nicht mal die Draft Lottery konnten die Celtics gewinnen. Doch Danny Ainge benutzte den fünften Pick, um Ray Allen nach Boston zu locken. Was folgte, war der Deal des Jahres, bei dem eine halbe Mannschaft im Tausch für Kevin Garnett nach Minnesota geschickt wurde. Und plötzlich zittert die Liga vor den Big Three – KG, Allen und Paul Pierce. Doch bevor wir sie zum besten Team im Osten erklären, müssen ein paar Fragen beantwortet werden. Rajon Rondo mag am Ball einer der schnellsten Spieler der Liga sein, aber ihm mangelt es an Erfahrung und einem zuverlässigen Sprungwurf. Wird er treffen, wenn seine All-Star Kollegen gedoppelt werden? Und was kommt im Front Court nach Garnett und Pierce? Kendrick Perkins hat in seinen vier Jahren in der Liga durchschnittlich nie länger als 22 Minuten auf dem Platz gestanden. Auf keinem Coach der Liga wird so viel Druck lasten wie auf Doc Rivers. Schließlich ist er es, der dafür sorgen muss, dass die Big Three auf dem Platz zueinander finden. Denn die Mission ist klar: Die Celtics endlich wieder zum besten Team im Osten zu machen. NEW JERSEY NETS
Angeblich haben die Nets vergangenen Sommer versucht, ihr Roster ordentlich durcheinander zu wirbeln. Die Korsettstangen sind jedoch die gleichen geblieben. Jason Kidd wusste bei Team USA zu begeistern, Vince Carter hat einen neuen Vertrag unterzeichnet und Richard Jefferson ist zum ersten Mal seit einem Jahr zu 100 Prozent fit. Nur könnte er Anstoß daran genommen haben, dass es immer wieder Trade-Gerüchte um ihn gab. Wenn die Nets in diesem Jahr aber über die zweite Playoff-Runde hinaus kommen wollen, dann müssen die drei Stars von den Rollenspieler besser entlastet werden. Auch muss die Mannschaft konstanter spielen, vor allem in der Defensive. Lawrence Frank legt viel Wert auf die Verteidigung, und wenn die steht, gehören die Nets zu den besten Teams im Osten. Jason Kidd und Vince Carter bilden sicher einen der besten Backcourts der Liga – aber passen sie auch gut zueinander? Kidd liebt das schnelle Spiel, Carter hingegen ist eher ein Half-Court-Player. Trotzdem können beide jederzeit ein Spiel entscheiden. Im Frontcourt hat sich einiges geändert. Jamaal Magloire wurde unter Vertrag genommen. Vielleicht löst er Jason Collins als Starter ab. Vielleicht auch nicht. Rookie Sean Williams wird für einige Blocks sorgen. Doch am wichtigsten ist sicher die Rückkehr von Nenad Krstic, der letzte Saison 56 Spiele wegen einer Knieverletzung verpasst hat. Sicher wird er einige Zeit brauchen, um sich zurecht zu finden und mit Carter prächtig zu harmonieren - Stichwort pip-and-pop. NEW YORK KNICKS Neue Saison, altes Bild. Wieder haben die Knicks viele talentierte Spieler in ihren Reihen. Doch wenn diese nicht lernen, a) Defense und b) zusammen zu spielen, werden sie es wieder nicht bis in die Playoffs schaffen. Im Sommer hat man sich im Big Apple immerhin extra mit 20-10-Mann Zach Randolph verstärkt, der mit Eddy Curry zu einer echten Macht im Low Post werden könnte. Dabei bleibt abzuwarten, ob die beiden wirklich gut harmonieren oder sich eher um die Bälle streiten werden. Sorgen bereitet darüber hinaus ihre Defense. Letzte Saison belegten die Knicks bei der „Defensive Efficiency“ den 25. Platz. Pro Angriff haben sie 1.11 Punkte eingeschenkt bekommen. Damit es für die Playoffs reicht, muss sich das bessern. Dumm nur, dass ihre besten Verteidiger - Jared Jeffries, Fred Jones und Renaldo Balkman - auf der Bank sitzen. Im Backcourt wird Stephon Marbury weiter für Furore sorgen. Er kann punkten ohne Ende, ist aber kein guter Verteidiger und auch kein richtiger Point Guard. Mit Jamal Crawford auf der Zwei wird er jedoch weiter für Furore sorgen. Mardy Collins drehte gegen Saisonende mit 14.8 Punkten richtig auf und dürfte mehr Einsatzzeit bekommen – wahrscheinlich zu Lasten von Nate Robinson. Negativ am Randolph-Trade ist, dass er David Lee auf der Bank halten wird. Er ist einer der besten Rebounder der Liga mit einer starken Präsenz auf dem Platz. Positiv: Balkmann wird nach seiner Knöchelverletzung wohl wieder rechtzeitig zu Saisonbeginn fit sein. Wenn eine Mannschaft ihren Star abgibt, dann benötigt sie meistens einige Zeit, um wieder zurück in die Spur zu finden. Nicht so die 76ers. Ihre Bilanz nach dem Wechsel von Allen Iverson (30-29) ist aller Ehren wert. Nach dem All-Star Break fuhren sie gar 18 Siege bei nur elf Niederlagen ein. Andre Iguodala kam dabei mit 19,6 Punkten im Schnitt groß raus. Da Iguodala sowohl auf der Zwei als auch der Drei spielen kann, eröffnen sich im Backcourt Start-Möglichkeiten für Rodney Carney, Willie Green sowie Korver. Im Front Court spielt nun Reggie Evans, einer der besten Rebounder der Liga, für Joe Smith und Steven Hunter. Samuel Dalembert wird wohl nach seiner im Sommer zugezogenen Fußverletzung rechtzeitig wieder fit werden. Nach Evans und Dalembert kommt lange Zeit nichts. Viel Arbeit also für Cheeks, dessen Zukunft in Philly davon abhängt, was er aus dieser jungen Mannschaft herausholen kann. TORONTO RAPTORS Die Raptors waren die Überraschungsmannschaft der vergangenen Saison. Um 20 Siege haben sie ihre Bilanz verbessert und zum ersten Mal in ihrer Geschichte den Division-Title eingesackt. Gegen die erfahrenen Nets war dann aber in der ersten Runde Schluss. Wer in der Atlantic Division nur die Celtics und New Jersey auf der Rechnung hat, sollte nicht die Raptors vergessen. “Eine gute Offense werden wir immer haben”, meinte Chris Bosh diesen Sommer. „Aber wenn wir unsere Defense verbessern können, wird uns das viel stärker machen.“ Keine Frage: Wenn der All-Star in Form ist, läuft es auch bei Toronto. Darüber hinaus verfügen die Raptors mit T. J. Ford, Anthony Parker, Jorge Garbajosa und Andrea Bargnani über weitere Optionen. Fords Wurf ist allerdings nicht der konstanteste. Calderon gefiel bei der Europameisterschaft mit einem verbesserten Jumper und untermauerte so seinen Ruf als bester Back-up Point Guard der Liga. Garbajosa könnte sich nach der Verpflichtung von Jason Kapono auf der Bank wiederfinden. Mit 51,4 Prozent hatte Kapono letztes Jahr die beste Dreierquote und dürfte von Boshs Arbeit im Low Post profitieren. Bargnani muss sich in der Verteidigung und beim Rebounden steigern.
|
|
||||||||||||||
Uber die NBA wird nicht nur viel geredet, sondern auch immer mehr geschrieben. Grund genug fur Click and Roll Germany, sich einmal genauer im Internet umzuschauen. Jede Woche wird Johannes Berendt die interessantesten deutschen Links und Artikel in heiterer Form prasentieren. Wer nicht genug uber die NBA lesen kann, ist hier genau richtig.



